Amphitryon

nach Heinrich von Kleist in einer Bearbeitung von Milena MichalekPremiere am 19. Januar 2024Schauspielhaus, Kleines HausSchauspiel

Termine

https://www.dhaus.de/ Düsseldorfer Schauspielhaus Gustaf-Gründgens-Platz 1, 40211 Düsseldorf
Mo, 18.03. / 20:00 – 22:00
Schauspiel
nach Heinrich von Kleist in einer Bearbeitung von Milena Michalek Regie: Milena Michalek
Schauspielhaus, Kleines Haus
https://www.dhaus.de/ Düsseldorfer Schauspielhaus Gustaf-Gründgens-Platz 1, 40211 Düsseldorf
Fr, 22.03. / 20:00 – 22:00
19:15 Einführung
Schauspiel
nach Heinrich von Kleist in einer Bearbeitung von Milena Michalek Regie: Milena Michalek
Schauspielhaus, Kleines Haus
https://www.dhaus.de/ Düsseldorfer Schauspielhaus Gustaf-Gründgens-Platz 1, 40211 Düsseldorf
Do, 18.04. / 20:00 – 22:00
19:15 Einführung
Schauspiel
nach Heinrich von Kleist in einer Bearbeitung von Milena Michalek Regie: Milena Michalek
Schauspielhaus, Kleines Haus
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Über das Stück

Auftritt der Gruppe: Sie heißen Amphi und Alkmeni, Choris und Sosia – und Merkür. Sie kommen zusammen, singen, sprechen, reden aneinander vorbei, und finden sich unversehens wieder in einem Stück, das ihnen näher ist als es anfangs scheinen mag: »Amphitryon«, eine Verwechslungsgeschichte mit labyrinthischen Abgründen. Immer näher kommen sich die Erzählwelten, bis sich die Grenze zwischen Kleistschen Figuren und spielender Gruppe ganz aufzulösen beginnt. Längst sind die Fünf zu Suchenden geworden in einem rätselhaften Drama, das von befreiter Lust, wankendem Vertrauen und großen Missverständnissen erzählt.

Was im Gewand der Verwechslungskomödie daherkommt, ist so viel mehr als ein sexuelles Verwirrspiel. Heinrich von Kleist stellt existenzielle Fragen, die ihn selbst zeitlebens umtrieben: Wie können wir in einer Gesellschaft stattfinden? Was bedeuten Sichtbarkeit und Teilhabe? Und wie findet Identität zu angemessenem Ausdruck? Am Düsseldorfer Schauspielhaus untersucht Milena Michalek in ihrer Inszenierung gemeinsam mit dem Ensemble, was dem »Lustspiel« Kleists heute wortwörtlich innewohnt. So öffnet eine Identitätssuche Sprachräume, die schon der Vorlage zugrunde liegen. Die Figuren entziehen sich tradierten Rollenmustern, nähern sich dem Stück an und wachsen dabei gleichsam über den Autor hinaus.

Regisseurin Milena Michalek, 1993 geboren, studierte Philosophie und gründete das Theaterkollektiv YZMA. Als Autorin und Regisseurin arbeitete sie u.a. bereits am Theater Drachengasse und am Kosmos Theater Wien, sowie in Cottbus und Hannover. 2020 war sie zu den Autor:innenTheaterTagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen. Mit »Amphitryon« stellt sie sich nun am D’haus vor und nähert sich dem Stück über Identität und Sexualität gemeinsam mit dem Ensemble in einer eigenen Bearbeitung mit einem hohen Bewusstsein für Kleists Sprache aus einem feministischen Blickwinkel.

Besetzung

Amphi / Amphitryon Claudius Steffens
Alkmeni / Alkmene Fnot Taddese
Sosia / Sosias Sophie Stockinger
Choris / Charis / Jupiter Jonas Friedrich Leon­hardi
Merkür / Merkur Blanka Winkler
Arrangement und Chorarbeit Lisa Pottstock
Licht Christian Schmidt
Dramaturgie Stijn Reinhold

Dauer

2 Stunden — keine Pause

Trailer

Pressestimmen

Die Kleist’sche Verwechslungskomödie »Amphitryon« wird in einer klugen Bearbeitung zu einer witzigen, rasanten und tiefgründigen Parabel auf unsere Zeit. In dieser mit tausend schönen, kleinen und großen, lauten und leisen Einfällen gespickten Inszenierung kommen erstaunlicherweise der antike Mythos, Kleist und unsere ewige Identitätssuche nicht zu kurz. Sollte man unbedingt gesehen haben.
Rheinische Post, 20.01.2024
Es gibt neben Amphitryon auch Amphi, beide mit viel kraftvoller Übertreibung von Claudius Steffens gegeben; neben Alkmene auch Alkmeni, die Fnot Taddese souverän durch alle Seelennöte führt. Sosias teilt sich die Bühne mit Sosia – saukomisch und energisch von Sophie Stockinger gespielt – sowie Charis mit Choris, die Jonas Friedrich Leonhardi verwandlungsstark und in vielen Tonarten leibhaftig werden lässt. Blanka Winkler darf Merkur spielen, das macht sie frech, witzig und manchmal laut mit einer beachtlichen Handstandeinlage, die ihr sogar Szenenapplaus bescherte.
Rheinische Post, 20.01.2024
Was heißt Hintergehen und was heißt Erkennen? Besteht der Reiz der Liebe nicht auch daraus, dass man sich nie vollständig kennt und immer Fremdheiten bleiben? Immer wieder umkreist die Fünfer-Clique diese philosophische Metaebene des Stücks, mal im fröhlichen Cliquentalk, mal im wissenschaftlich-therapeutischen Stuhlkreis mit Wespenforscherin und Kleistexpertin. Ein philosophisches Nachhilfestück über Liebe, Egoismus und Identität. Selbstironisch, witzig und vielschichtig.
Deutschlandfunk Kultur heute, 20.01.2024