Das Spar­schwein / Die Kon­trakte des Kauf­manns

von Eugène Labiche / Elfriede JelinekLabiche-Übersetzung von Sabrina ZwachEin Vaudeville mit den Studierenden des Schauspielstudios Düsseldorf der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« LeipzigPremiere am 2. März 2024Schauspielhaus, Kleines HausSchauspiel

Termine

https://www.dhaus.de/ Düsseldorfer Schauspielhaus Gustaf-Gründgens-Platz 1, 40211 Düsseldorf
Fr, 19.04. / 20:00 – 22:00
Schauspiel
von Eugène Labiche / Elfriede Jelinek Regie: André Kaczmarczyk
Schauspielhaus, Kleines Haus
Ausverkauft! Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Karten
https://www.dhaus.de/ Düsseldorfer Schauspielhaus Gustaf-Gründgens-Platz 1, 40211 Düsseldorf
So, 12.05. / 18:00 – 20:00
Schauspiel
von Eugène Labiche / Elfriede Jelinek Regie: André Kaczmarczyk
Schauspielhaus, Kleines Haus
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Über das Stück

Im Jahr 1864 in der französischen Provinz. Einmal wöchentlich trifft sich eine Gruppe von Freund:innen und Verwandten zum Kartenspiel. Der Einsatz wandert regelmäßig ins Sparschwein; dieses soll nun geschlachtet und das Geld gemeinsam auf den Kopf gehauen werden – in Paris, der »Hauptstadt der Welt«. Doch was als Vergnügungsreise beginnt, nimmt bald die Züge eines aberwitzigen Albtraums an: Ein Essen im Restaurant bringt die Dörfler:innen an den Rand des Ruins, sie werden irrtümlich als Diebesbande verhaftet, geraten in die Fänge einer zwielichtigen Heiratsvermittlung und landen schließlich ohne Geld auf der Straße. Hier könnte die Geschichte zu Ende sein, weckte der Zustand vollkommener Mittellosigkeit nicht die potenziellen Kräfte zu Kriminalität und Anarchie.

Der französische Dramatiker Eugène Labiche zählt zu den berühmtesten Vertretern des Vaudeville, eines Genres, das zwischen frivoler Komödie mit Tanzeinlage und bissiger Burleske mit zeitgenössischen Melodien changiert. Ein Unterhaltungstheater, geschrieben für die vergnügungssüchtige Menge der Belle Époque, aber auch ein Spiegel, in dem sich die Gesellschaft selbst betrachtet – mal froh, mal angeekelt und immer interessiert am Tabu- und Regelbruch. Regisseur André Kaczmarczyk konfrontiert Labiches Welt des Vaudeville mit Texten der wohl bekanntesten zeitgenössischen Dramatikerin, Elfriede Jelinek. Ihre »Kontrakte des Kaufmanns« durchleuchten die dünne Haut unserer vermeintlich gesicherten Existenz aus der Perspektive der Finanzmärkte und ihrer Akteur:innen. So treffen Jelineks kalte Bänker, virtuose Anwälte und Topmanager auf die nervenflirrenden Kleinbürger:innen Labiches und ihre trivialen Sehnsüchte. Die acht Studierenden des Düsseldorfer Schauspielstudios spielen auf – in einem Vaudeville, das die Belle Époque ebenso feiert, wie es die Brüchigkeit unseres Daseins heute sucht.

Besetzung

Champbourcy, Handwerksmeister Michael Fünfschilling
Léonida, Schwester von Champbourcy Sarah Steinbach
Blanche, Bauerntochter Luise Zieger
Colladan, reicher Bauer Elias Nagel
Cordenbois, Apotheker / Polizist Roman Wieland
Cocarel, Heiratsvermittlerin Jule Schuck
Sylvain, Bruder von Colladan / Félix, junger Notar / Béchut, Kriminalbeamter Charlotte Schülke
Benjamin, Kellner Orlando Lenzen
Bühne Sabine Mäder
Kostüm Martina Lebert
Can-Can-Choreografie Bridget Petzold
Licht Konstantin Sonneson
Dramaturgie Janine Ortiz

Dauer

2 Stunden — keine Pause

Pressestimmen

Virtuose Inszenierung. Das uneingeschränkte Lob für so viel Virtuosität und Spielfreude gehört allen gemeinsam – also Michael Fünfschilling, Sarah Steinbach, Luise Zieger, Elias Nagel, Roman Wieland, Jule Schuck, Charlotte Schülke und Orlando Lenzen. Besten Dank also den jungen Schauspielerinnen und Schauspielern fürs saulustige, monströse Sparschwein. Das Premierenpublikum war derselben Meinung.
Rheinische Post, 04.03.2024
Es sind acht Jung-Mimen: Sie erweisen sich als große Talente und wahre Verwandlungskünstler, die blitzartig in andere Rollen schlüpfen – mit Selbstironie, Übertreibung und im Turbo-Tempo. Alle acht kosten den dreisten Dauer-Flirt mit Zuschauern aus und lassen das Publikum nicht los. Inspiriert werden sie vom Meister der Überspitzung und des doppelbödigen Spiels mit Geschlechter-Klischees, André Kaczmarczyk: Sein perfektes Timing in den süffig choreographierten Gruppen-Szenen und Soli, seine nahtlosen Übergänge (zwischen Labiche und Jelinek), zielgenauen knallenden Pointen und seine sinnliche Musikalität impfte er den Nachwuchs-Künstlern ein. Mit Erfolg.
Westdeutsche Zeitung, 04.03.2024
Regisseur André Kaczmarczyk gelingt es, mit den neuen Studierenden, ein schmissiges Vaudeville von Eugène Labiche hinzulegen und den harten Text Jelineks darin fast nahtlos einzuarbeiten. Langer Beifall für die gelungene Premiere der jungen Studierenden vom Schauspielstudio.
Neue Düsseldorfer Online Zeitung, 03.03.2024