Das Dschungel­buch

nach dem Roman von Rudyard KiplingKoproduktion mit dem Théâtre de la Ville-ParisFür Erwachsene und Kinder ab 8 JahrenDüsseldorfer Premiere am 19. Oktober 2019Schauspielhaus, Großes HausSchauspiel

Über das Stück

Der US-amerikanische Regisseur und Bühnenvisionär Robert Wilson kehrt nach dem großen Erfolg seiner »Sandmann«-Inszenierung ans Düsseldorfer Schauspielhaus zurück. An seiner Seite: das Folk-Duo CocoRosie, das fantasievoll-surreale Klangwelten erschafft. Gemeinsam erzählen sie Rudyard Kiplings »Das Dschungelbuch« als Musiktheater für die ganze Familie neu. Generationen von Kindern und Erwachsenen kennen und lieben die 1894 erschienenen Geschichten vom indischen Jungen Mowgli und seinem Dschungelleben. Nach einem Angriff des hinterhältigen Tigers Shere Khan, bei dem Mowgli von seinen Eltern getrennt wird, findet das Menschenkind Aufnahme bei einem Wolfsrudel. Als Berater und Beschützer stehen dem Jungen der gutmütige Bär Baloo und der gefährliche Panther Bagheera zur Seite. Zahlreiche Abenteuer lehren Mowgli das »Gesetz des Dschungels«, bevor er sich dem entscheidenden Kampf mit seinem alten Feind Shere Khan – und damit dem Erwachsenwerden und einer möglichen Rückkehr in die Zivilisation – stellen muss. Robert Wilsons Gesamtkunstwerke entfalten ihre Wirkung auf den großen Bühnen weltweit. Sie sind für ihre feinsinnigen Lichtkompositionen, präzisen Bewegungsabläufe und architekturalen Bilder bekannt. »Das Dschungelbuch« zu inszenieren, bedeutet für Robert Wilson eine willkommene Gelegenheit, die Welt einmal mehr mit den Augen eines Kindes zu sehen: »Ich halte mich an Baudelaire, der sagte: »Genie ist die willentlich zurückeroberte Kindheit.‹«

Besetzung

Mowgli, ein Findelkind Cennet Rüya Voß
Bagheera, ein schwarzer Panther André Kacz­marc­zyk
Baloo, ein Bär Georgios Tsivanoglou
Shere Khan, ein Königstiger Sebastian Tessenow
Hathi, ein indischer Elefant Rosa Enskat
Akela, ein Wolf Ron Iyamu
Raksha, eine Wölfin Judith Bohle
Messua, Mowglis Mutter Tabea Bettin
Tabaqui, ein Schakal Felicia Chin-Malenski
Kaa, eine Pythonschlange Thomas Wittmann
Monkey / Buldeo, ein Jäger Takao Baba
Violine Zuzana Leharová, Naomi Binder
Klarinette, Bassklarinette Annette Maye, Bernd Spehl
Beats und Programming Thomas Klein, Tobias Liebezeit
Gitarre Leo Henrichs, Jan-Felix Rohde
Regie, Bühne, Licht Robert Wilson
Musik, Lyrics CocoRosie
Kostüm Jacques Reynaud
Musikalische Leitung Sven Kaiser
Mitarbeit Regie Ann-Christin Rommen
Mitarbeit Bühne Annick Lavallée-Benny
Mitarbeit Licht Marcello Lumaca
Make-up-Design Manu Halligan
Mitarbeit Kostüm Martina Lebert
Sound Design Nick Sagar
Dramaturgie, deutsche Fassung Janine Ortiz

Dauer

1 Stunde, 30 Minuten — keine Pause

Trailer

Pressestimmen

Die Welt jenseits des Dorfes ist hier das Reich der Show, die paradiesische Biosphäre vor dem Sündenfall der Geschlechtertrennung, wo der Crooner im schwarzen Ganzkörperanzug seine innere Dietrich kultiviert und auch der tapsige Clown davon träumt, sich aus dem Bärenfell zu schälen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Wie immer betörend schön. Eine fein austarierte, formal perfekte Komposition. Die Songs sind großartig. Die Mowgli-Figur, das ist die tolle junge Schauspielerin Cennet Rüya Voß, die hat so eine ganz kindlich androgyne Ausstrahlung als Mowgli. Unschuldig, aber auch so eine gewisse Brutalität eines Kindes.
Deutschlandfunk Kultur
Cennet Rüya Voß steht da in rotem Sportdress mit Box handschuhen und verzaubert Tiere und Menschen gleichzeitig. Robert Wilsons Dschungelbuch ist ein Spektakel voller Magie und eine sehr freie Interpretation und Fassung des Kultbuches von Rudyard Kipling. Zu den fantastischen Bildern hat das Indie-Pop-Duo CocoRosie surreale Klangwelten und Songs beigetragen.
WDR 5 Scala
In Wilsons Manegerie, aufgezäumt im Düsseldorfer Schauspielhaus, bewegen sich keine Urwaldgewächse, sondern hochgezüchtete Großstadtpflanzen in einem Go-Go Garden. Natur wird bei ihm Kultur – zum Asphaltdschungel aus stilisiert lanzettförmigem Blattwerk. Für den urbanen Parcours tauschen die Tiere Fell gegen Frack, Couture und Coiffure.
Nachtkritik
Cennet Rüya Voß spielt die Zerrissenheit des Mowgli bei aller Abstraktion anrührend und voller Wärme. Georgios Tsivanoglou, Gast aus Berlin, gibt den fröhlichen Dickbauch Baloo, den knuddeligen Umarme-Bär, der gelegentlich trunken durch den Dschungel torkelt und wie ein Obdachloser Einkaufswagen schiebt. André Kaczmarczyk ist ein elegant geschmeidiger, zutiefst trauriger Panther Bagheera, der wie eine gefallene Diva seine Narben vor der Welt verbirgt. Judith Bohle und Ron Iyamu geben das turtelig-verliebte Mittelklasse-Wolfs-Ehepaar. Tänzer Takao Baba verkörpert weniger verspielt, dafür mit realistischen Gesten einen Dschungel-Affen, und Rosa Enskat führt als Elefantin im Nachtgewand einer texanischen Großmutter humorvoll durch die Geschichte.
Rheinische Post
Gefeiert wurden Wilson und das amerikanische Folk-Pop-Duo Coco Rosie (Musik und Songs) mit stehenden Ovationen – und könnten Düsseldorfs neue »Dschungel-Könige« werden. Surreale Songs, die aus dem Munde von Wilsons Fabelwesen wie Botschaften aus einer anderen, nicht mehr ganz so unschuldigen Dschungelwelt klingen. Bilder, die an naiv romantische Malerei erinnern, munter und heiter wirken, manchmal auch vor Komik sprühen.
Westdeutsche Zeitung
Die Wunderwelt des Robert Wilson. Kipling als Singspiel – als Variete, Schatten- und Figurentheater für Große und Kleine. Alle lieben Mowgli und seine Freunde, vom Baby bis zum Greis. [...] Man ist prompt vernarrt in die junge Cennet Rüya Voß, die ein zuckersüßer kleiner Junge ist. Im roten Spielanzug hüpft er durch einen bunten „Jungle“, in dem alles aus Licht, Klang und Farbe entsteht.
Neue Rhein Zeitung
Bob Wilson hat etwas von einem Cowboy mit dem Lasso in der Hand - wach, effizient, lässig. Wer unwiderruflich erwachsen geworden ist, sollte besser zu Hause bleiben. [...] Die Musik stammt diesmal von CocoRosie, das ist das Geschwisterpaar Bianca und Sierra Casady. Mit nur vier oder fünf Instrumenten besetzt, bringt die Kapelle im Graben einzelne Stimmen nach vorn, Violine, Gitarre, Klarinette, sie swingt wunderbar, changierend zwischen Jazz-, Folk- und sanften Rockmelodien, ohne jeden Überwältigungsdrang. Die Spieler auf der Bühne fühlen sich von ihr getragen.
Süddeutsche Zeitung