Digi­tales Pro­gramm­heft

»Peer Gynt«

Weiter­führende Texte

Auf dem Bild: Tobias Vethake, Karla Wenzel, Raphael Gehrmann, Rolf Mautz, Heiko Raulin
Foto: Melanie Zanin

»Jeder Mensch

ist ein
einzigartiges Ich,
ein anderes Ich.
Wer ist dieser andere?
Ist er außerhalb meiner selbst?
Ist er das Gegenteil dessen,
was ich glaube zu sein?
Kann mein eigenes Ich nicht beschreiben,
bin mir selbst so fern.
Angst
vor dem Fremden in mir.
So viel Fremdes, das wir in uns tragen.
So viele Geschichten und Gefühle,
in Schließfächern verschlossen.«
Michel Friedman: »Fremd«. Piper. München. 2022

Was ist das Ich?

Natur- und Geisteswissenschaftler ergründen jenen mysteriösen Kern, der Menschen zu Individuen macht. Mit Kinderstudien und Zaubertricks kommen sie dem Geheimnis des Selbst-Bewusstseins auf die Spur. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

— Ein Artikel von Ulrich Bahnsen und Ulrich Schnabel, erstmals erschienen in ZEIT Wissen Nr. 2/2012.
Auf dem Bild: Moritz Klaus
Foto: Melanie Zanin

»Meine Angst ist gelandet

Ich gehe heute Abend davon aus, dass ich Krebs habe. Das ist fast eine Erleichterung. Ich war die letzten Tage ja kurz vorm Überschnappen, weil ich mich in dieser Ungewissheit befand und all diese Fantasien losgingen. Auch durch diese Halluzinationen, die ich durch die Infusionen gegen den Pilz in meiner Lunge hatte.

Ich hatte die Augen zu und sah plötzlich ein wahnsinniges Durcheinander an Bildern: Da waren irgendwelche Ritterburgen, dann bin ich an ganz großen Ornamenten vorbeigefahren, dann war ich plötzlich im Totenzimmer meines Vaters. Zwischendurch habe ich immer wieder die Augen aufgemacht und gesagt: ›Das ist merkwürdig. Was ist denn das? Da sind so Bilder. Und ich träume ja nicht.‹

Dann habe ich die Augen wieder zugemacht und ein hässliches Gesicht gesehen, gleich darauf ein wunderschönes, ganz verklärtes Gesicht. Anschließend bin ich durch Räume geflogen, über Dächer, die aussahen wie in Nepal, habe immer alles von oben gesehen. Es endete in einem Wald, der vor mir stand, und im Hintergrund war die Sonne zu sehen. Dann hat sich der Wald bewegt, und ich habe gemerkt, dass das Algen unter Wasser sind, ich war also auch unter Wasser. Das Irre war, dass es am Schluss immer ganz, ganz hell wurde. Und das alles im völligen Wachzustand – das macht einen ja irre, da dreht man ja durch.«
Christoph Schlingensief: »So schön wie hier kann’s im Himmel gar nicht sein«. Kiepenheuer & Witsch. Köln. 2009 (Tagebucheintrag vom 16. Januar 2008)
Auf dem Bild: Mila Moinzadeh, Anton Jäger, Jürgen Sarkiss
Foto: Melanie Zanin

Ganz am Ende?

Im Leben ist nur eines sicher: Der Tod. Doch was passiert genau im Körper und im Geist, wenn ein Mensch stirbt? Eine Chronik der letzten Tage. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

— Ein Artikel von Roland Schulz, erstmals erschienen im Süddeutsche Zeitung Magazin Nr. 24 vom 17. Juni 2016.
Auf dem Bild: Heiko Raulin, Jürgen Sarkiss
Foto: Melanie Zanin