Die Geschichte beginnt mit einer Spur,
einer Spur von Metall, die mehr als irgendwo sonst in
diesem Raum im menschlichen Körper zu finden ist:
der Spur von Zink. Sie alle zusammen,
als Publikum, sind eine Zinkmine.
Die Geschichte beginnt in einem Theatersaal im Jahr 2027, mit einem Publikum, das sich ein Stück ansieht. Die Geschichte beginnt im 16. Jahrhundert, als Paracelsus etwas Merkwürdiges in seinem Ofen entdeckt und begreift, dass es nicht sieben Metalle gibt, sondern acht. Und die Geschichte beginnt in Neutral-Moresnet im Jahr 1903, mit der Geburt Joseph Rixens, dessen Leben eine schwankende und launenhafte Zeitspanne der Geschichte umfasst, in der nationale Grenzen immer wieder neu gezogen und verschoben, Gebiete ständig umkämpft werden. Nirgends trifft dies mehr zu als in Neutral-Moresnet, Ort der einzigen Zinkmine des europäischen Festlands. Ohne jemals umzuziehen, wird Joseph Rixen im Lauf seines Lebens ein neutraler Staatsbürger sein, Bürger des Deutschen Reichs, Einwohner des Belgischen Königreichs und Bürger des Dritten Reichs. Er überquert keine Grenzen, die Grenzen überqueren ihn.

Mit Zink erzählt der belgische Autor und Archäologe David Van Reybrouck eine Geschichts-Novelle über die Mikronation Neutral-Moresnet. Das britisch-irische Theaterkollektiv Dead Centre hat sich mit fintenreichen philosophischen Inszenierungen einen internationalen Namen gemacht. Auf den Spuren von Zink erforscht es die Frage: Gründen Zugehörigkeit und Identität in etwas anderem als historischen Zufällen und den Launen der Macht?
ZINK
von Dead Centre nach David Van Reybrouck
Uraufführung am 17. April 2027
im Rahmen von H.E.I.N.E.
Schauspielhaus, Kleines Haus
Schauspiel
Koproduktion
Koproduktion mit dem Théâtre de Liège und DC&J Création sowie Dead Centre, NTGent, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, Théâtre de la Cité – CDN de Toulouse, Maison de la Culture d’Amiens, Nowy Teatr, Maison de la Culture de Bourges, Comédie de Caen – CDN de Normandie, KVS Brüssel

Besetzung

Regie Ben Kidd und Bush Moukarzel
Bühne und Kostüm Nina Wetzel
Musik Kevin Gleeson
Video Sébastien Dupouey
Dramaturgie und Übersetzung Simon Vandenbulke