Wohin wird uns die Verwandlung unsres Wesens denn noch führen, welche mit unglaublicher Geschwindigkeit stattfand, erregt schon vom neuen Krieg, der alte ist ja bereits ganz kalt! Wir brauchen ja immer einen, einen neuen, auch wenn ihn andre führen müssen, wofür würden wir sonst durch Eisrinnen klettern, durch kalte Meere schwimmen oder sonstwas machen, auf jeden Fall rennen, rennen, wir rennen für den Frieden, also alles nicht zum Spaß?
Ein Übertritt, von Elfriede Jelinek zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs verfasst, stellt keine geringere Frage als die nach dem menschlichen Wesen – was also uns Menschen im Allgemeinen und im Besonderen ausmacht. Und wo, eingedenk des Datums, nach dem menschlichen Wesen gefragt wird, ist die Frage nach menschlichen Unwesen nicht weit, die Frage nach tierischen und vertierten Wesen, die Frage nach dem deutschen Wesen. Mit Assoziationsreichtum dem sprachlichen Unbewussten auf der Spur untersucht Ein Übertritt Verwandlungen und Verwechslungen, Übertritte von einer Wesensform in die andere. Tiere werden zu Menschen und Menschen zu Bestien, Geister und Wiedergänger erwachen zu neuer Handlungsfähigkeit und die historische Markierung und Möglichkeit eines Übertritts von Diktatur zu Demokratie, von Demokratie zu Diktatur, von Krieg zu Frieden und von Frieden zu Krieg wird sprachkritisch-witzig und finster-orakelnd auf die Probe gestellt.
Jossi Wieler, durch seine Inszenierungen von Wolken.Heim, er nicht als er, Macht nichts, Rechnitz (Der Würgeengel) und Angabe der Person ein maßgeblicher und vielfach ausgezeichneter Jelinek-Regisseur, bringt Ein Übertritt in eingespielter Zusammenarbeit mit Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Viebrock zur Uraufführung – pünktlich zum 80. Geburtstag der 1946 geborenen Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.
Jossi Wieler, durch seine Inszenierungen von Wolken.Heim, er nicht als er, Macht nichts, Rechnitz (Der Würgeengel) und Angabe der Person ein maßgeblicher und vielfach ausgezeichneter Jelinek-Regisseur, bringt Ein Übertritt in eingespielter Zusammenarbeit mit Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Viebrock zur Uraufführung – pünktlich zum 80. Geburtstag der 1946 geborenen Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.
EIN ÜBERTRITT
von Elfriede Jelinek
Uraufführung am 22. Oktober 2026
Schauspielhaus, Kleines Haus
Schauspiel
Uraufführung am 22. Oktober 2026
Schauspielhaus, Kleines Haus
Schauspiel
Besetzung
Regie Jossi Wieler
Bühne und Kostüm Anna Viebrock
Mitarbeit Bühne Anna Brotankova
Mitarbeit Kostüm Lasha Iashvili
Dramaturgie Victor Schlothauer