Unsereins darf nie zu den Zuschauern gehören. Unsereins muß auf die Bühne, in die Arena. Unsereins muß vorspielen und die Handlung bestimmen, sonst wird unsereins von jenen da behandelt. Und jene da spielen uns allzu gerne übel mit!
Von einem kaschubischen Kartoffelacker im Jahr 1899 bis ins Düsseldorf der 1950er-Jahre führt Günter Grass’ Die Blechtrommel auf Irrwegen durch ein halbes Jahrhundert europäischer Geschichte: stürzt Kellertreppen hinab und versteckt sich unter politischen Tribünen, um Redner:innen zu stören, sucht Schutz unter großmütterlichen Röcken, durchstreift Friedhöfe, spielt Fronttheater, bezeugt Zeugungsakte und Erschießungen, legt eine Jazz-Karriere hin und wird in einer Heil- und Pflegeanstalt interniert. (Anti-)Held der Geschichte ist Oskar Matzerath, der sich an seinem dritten Geburtstag entschließt, nicht mehr weiterzuwachsen, und fortan aus der Perspektive eines scheinbar Kindgebliebenen auf die Welt blickt.
Ausgestattet mit einer Blechtrommel, auf der er leidenschaftlich spielt, und der Begabung, mit seiner Stimme Glas zum Zerbersten zu bringen, ist Oskar nicht nur ein eigensinniger, mitunter amoralischer Beobachter menschlicher Monstrosität, sondern selbst Wirklichkeits-Verwandler und -Verhinderer durch die zerstörerische wie die rettende Kraft der Kunst.
Karin Henkel, deren Regiearbeit sich durch ein ausgeprägtes Sensorium für die Brüchigkeit jeder in sich geschlossenen Erzählung auszeichnet, bringt diesen „Amoklauf einer aberwitzigen Imagination“ (H. M. Enzensberger) im 100. Geburtsjahr Günter Grass’ auf die Bühne.
Ausgestattet mit einer Blechtrommel, auf der er leidenschaftlich spielt, und der Begabung, mit seiner Stimme Glas zum Zerbersten zu bringen, ist Oskar nicht nur ein eigensinniger, mitunter amoralischer Beobachter menschlicher Monstrosität, sondern selbst Wirklichkeits-Verwandler und -Verhinderer durch die zerstörerische wie die rettende Kraft der Kunst.
Karin Henkel, deren Regiearbeit sich durch ein ausgeprägtes Sensorium für die Brüchigkeit jeder in sich geschlossenen Erzählung auszeichnet, bringt diesen „Amoklauf einer aberwitzigen Imagination“ (H. M. Enzensberger) im 100. Geburtsjahr Günter Grass’ auf die Bühne.
DIE BLECHTROMMEL
nach dem Roman von Günter Grass
Premiere am 23. Januar 2027
Schauspielhaus, Großes Haus
Schauspiel
Premiere am 23. Januar 2027
Schauspielhaus, Großes Haus
Schauspiel
Besetzung
Regie Karin Henkel
Bühne Aleksandar Denić
Dramaturgie Sebastian Huber, Victor Schlothauer