Was meinen Sie? Die Zukunft Deutschlands strahlt in Blau, an den Grenzen gibt es wieder Nostalgie in Uniform und weltweit kommt der Faschismus zu neuen Kräften. Ist die politische Lage der Nation nicht längst so absurd, dass Satire überflüssig wird?
Kabarett und Comedy sind in Deutschland traditionell Orte, an denen Macht karikiert, Widersprüche entlarvt und gesellschaftliche Missstände sichtbar gemacht werden sollten. Aber was, wenn das System, das kritisiert werden soll, unmerklich selbst mitschreibt und die angespielten Ungleichheiten reproduziert?

Canberk Köktürk, preisgekrönter Comedy-Autor und Verfasser der Satire-Ermittlung Fascholand, entwickelt in seinem Auftragswerk für das Düsseldorfer Schauspielhaus die Geschichte einer Komikerkarriere als tragikomischen Standup-Abend: Emre Safoğlu strauchelt tapfer von Open Mic zu Open Mic, bis endlich mit einem Auftritt in einer bekannten Late-Night-Show der große Durchbruch kommt. Doch in den überwiegend weißen Strukturen der deutschen Medienbranche stößt Emre schnell an die Grenzen der von der Mehrheitsgesellschaft definierten „Kunstfreiheit“. Seine Performance muss an ein Publikum angepasst werden, für das Witze über Rassismus eben doch nur dann besonders lustig sind, wenn sie auf Kosten der Betroffenen gehen.

Inszeniert wird der Abend von Regisseur Bassam Ghazi, der von 2020 bis 2023 in der Leitung des Düsseldorfer Stadt:Kollektiv tätig war. Ghazis Arbeiten zentral ist eine Rhetorik der Verunsicherung und der Irritation, die den politischen Diskurs anstiftet.
DER KOMIKER
Eine Tragödie
von Canberk Köktürk
Uraufführung am 27. November 2026
Schauspielhaus, Kleines Haus
Schauspiel

Besetzung

Regie Bassam Ghazi
Bühne Paulina Barreiro
Kostüm Justine Loddenkemper
Dramaturgie Natalja Starosta