Tartuffe Pressestimmen
Neue Rhein Zeitung
16.4.2018
Der junge Duisburger Regisseur legt am Düsseldorfer Schauspielhaus einen starken Abend hin. [...] Ein schlankes, von keiner Requisitenschlacht niedergeknüppeltes Zaubertheater, wie es rar ist in seiner Liebe zur Sprache und eine nachgerade puristischen Verneigung vor der Typenkomödie. Wie Gerloff und sein in den allermeisten Partien überragend hingebungsvolles Ensemble diesem Fossil von 350 Jahren heißen Theateratem einhauchen, das ist tatsächlich ein sehr kregler Bühnenwolpertinger aus Spaß, Einfallsreichtum, Hintersinn und durchaus dem nötig Vordergründigen, ohne das Molière nicht zu denken ist.
Gerloff lässt den Text mal im Ping-Pong vorbeisausen, mal heizt er ihn opernhaft auf, gibt den satt ausgesungenen Frivolitäten nicht weniger Fläche als einer politischen Sendung, die er ganz ohne Moraltrompete durchorchestriert. [...] Kessler – nicht zuletzt famos souverän in der Sprachbehandlung – schenkt dem Arglosen eine gefährliche Vitalität, etwas lauernd Sprungfederhaftes, das dem Stück einen eigenen Schwerpunkt schenkt. Tartuffe (magisch streng in der Guru-Präsenz: Christian Erdmann) ist kaum mehr als ein Spiegel individueller Begehrlichkeiten, die von Integrität bis Erotik reichen. Der gelegentlich zuckende Kontrollverlust (Choreographie: Barbora Briešková) erzählt davon, besonders rasant in Claudia Hübbeckers zappliger Zofe. Schönes Theater, gutes Theater.

Süddeutsche Zeitung
20.04.2018
Robert Gerloff verpasst Molières »Tartuffe« am Düsseldorfer Schauspielhaus nicht nur ein neues Outfit, sondern gibt ihm auch eine überraschende neue Wendung. [...] Die eigenartige Ästhetik befremdet zuerst und befreit dann aus dem Korsett einer konventionell-psychologischen Spielweise; die Ausstattung stammt von Maximilian Lindner (Bühne) und Johanna Hlawica (Kostüme). Für die Darsteller dürfte das Verfahren anstrengend sein, gleichwohl brilliert das Ensemble.
Torben Kessler als Orgon verdeutlicht die bodenlose Borniertheit seines Helden durch ein fast dümmliches Leuchten seiner Augen. Einmal stürzt er über eine Kante - man weiß nicht recht, ist das passiert oder inszeniert. Haut jedenfalls fabelhaft hin. Minna Wündrich als Elmire hat viele Facetten in petto, von der hellen Empörung bis hin zu sehr verstohlenen Anzeichen des Geschmeicheltseins. [...] Man könnte jeden und jede nennen, aber wirklich geliebt hat Molière die Zofen, und so eine mustergültige Zofe ist Dorine, gespielt von Claudia Hübbecker: Wie sie die Fäden zieht, wie sie kuppelt und provoziert, wie sie ihrem Chef Paroli bietet und ihrem Feind Tartuffe, den sie als Erste durchschaut, die Maske vom Gesicht zu ziehen versucht - das ist erstklassig. Am Ende nützt die ganze Liebesmüh leider nichts, die Menschen in ihrer Mehrheit sind schlichtweg zu dumm. Oder besser: sind verblendet. Das Düsseldorfer Publikum aber ist zu Recht begeistert ob solcher Offenbarungen, es trampelt und johlt.

WDR 5 Scala
16.4.2018
Robert Gerloff lässt das Stück wirklich hervorragend für sich sprechen. Es gibt in Düsseldorf ein Schauspielensemble, das mit diesen gereimten und sehr eleganten Versen sehr sehr gut umgehen kann.

Rheinische Post
16.4.2018
Man sieht sofort: Das trügerische tiefenpsychologische Spiel wird auf einer Ebene entwickelt, die die Groteske liebt, den Slapstick aber oder banale Aktualisierungen wohlweislich vermeidet. Um die Psychologie zu verstärken, setzt der Regisseur aufs subtile Spiel der Truppe. Ein jeder für sich entwickelt fesselnde Mimik und Körpergewalt.
Wenn die Worte nicht ausreichen, choreographieren sie Gefühle. Wurde früher das höfische Menuett getanzt, auch als Akt der Sublimierung, ist es heute ein mitreißender kollektiver Stampf zu der tollen Musik von Cornelius Borgolte. Alles Angestaute muss raus. Mit immer neu aufbrandendem Spielwitz und unerwarteter Phantasie gelingt die Tartuffesche Versuchsanordnung, die am Ende den Originaltext verlässt, um alternative Fakten aufzutischen. [...] Zwei Stunden beste Konversation, fein verständlich in Versen gesprochen, dazu ein entfesseltes Ensemble. Die können sich alle nicht nur körperlich, sondern auch geistig verrenken. [...] Gnadenlos allgemeingültig, komisch und fast futuristisch. Eine Odyssee 2021.

Westdeutsche Zeitung
16.4.2018
Ein rasanter Zwei-Stunden-Abend, der im Techno-Flug vorüberzieht. Jubel und Begeisterung. Die Schauspieler nehmen exzellent das Turbo-Tempo und den hektischen Rhythmus auf, auch in ihrer Sprache, und verleihen den schimpfenden, ratternden Comic-Figuren menschliche Züge.
Das Schreckensbild einer Diktatur von religiösen Heuchlern – nach Innen verkommen, nach Außen die Retter der Nation – gewinnt in unseren Trump-Tagen erstaunliche Aktualität. Das beweisen Regisseur Robert Gerloff, Ausstatter Maximilian Lindner und Kostümbildnerin Johanna Hlawica mit ihrer insgesamt werktreuen, hintergründigen und rasanten Comic-Inszenierung in leuchtenden Popfarben. 

Besetzung

Madame PernelleKarin Pfammatter
Orgon, ihr SohnTorben Kessler
Elmire, seine zweite FrauMinna Wündrich
Damis, sein Sohn / ein KommissarStefan Gorski
Mariane, seine TochterCennet Rüya Voß, Viola Pobitschka
Valère / Monsieur Loyal, GerichtsvollzieherKilian Land
Cléante, Orgons SchwagerJan Maak
Dorine, Marianes ZofeClaudia Hübbecker

Dauer

2 Stunden — keine Pause

Termine

Fr, 21.09. / 19:30 - 21:30
Im Central, Worringer Straße 140
Abo Fr
http://www.dhaus.de/
D'haus - Düsseldorfer Schauspielhaus, Junges Schauspiel, Bürgerbühne
Gustaf-Gründgens-Platz 1, 40211 Düsseldorf

Tartuffe

Central Große Bühne
x

Karten & Preise

Preisgruppe Regulär Schüler/Studenten
Platzgruppe 1 44,00 € 7,00 €
Platzgruppe 2 34,00 € 7,00 €
Platzgruppe 3 24,00 € 7,00 €
Platzgruppe 4 14,00 € 7,00 €

So, 23.09. / 18:00 - 20:00
Im Central, Worringer Straße 140
http://www.dhaus.de/
D'haus - Düsseldorfer Schauspielhaus, Junges Schauspiel, Bürgerbühne
Gustaf-Gründgens-Platz 1, 40211 Düsseldorf

Tartuffe

Central Große Bühne
x

Karten & Preise

Preisgruppe Regulär Schüler/Studenten
Platzgruppe 1 44,00 € 7,00 €
Platzgruppe 2 34,00 € 7,00 €
Platzgruppe 3 24,00 € 7,00 €
Platzgruppe 4 14,00 € 7,00 €

So, 30.09. / 18:00 - 20:00
Im Central, Worringer Straße 140
http://www.dhaus.de/
D'haus - Düsseldorfer Schauspielhaus, Junges Schauspiel, Bürgerbühne
Gustaf-Gründgens-Platz 1, 40211 Düsseldorf

Tartuffe

Central Große Bühne
x

Karten & Preise

Preisgruppe Regulär Schüler/Studenten
Platzgruppe 1 44,00 € 7,00 €
Platzgruppe 2 34,00 € 7,00 €
Platzgruppe 3 24,00 € 7,00 €
Platzgruppe 4 14,00 € 7,00 €