Momentum Pressestimmen
3sat Kulturzeit
23.10.2018
Spielstark und emotional glaubwürdig. Ein Stück über die Psychologie der Macht.

Die deutsche Bühne
13.10.2018
Ein virulentes Thema hochspannend poetisch verdichtet. [...] Wie Ebba von diesem Leben aufgefressen wird und es doch unbedingt haben will, wie Meinrad in all seinem glaubhaften Idealismus durch den unreflektierten, fast weinerlichen Umgang mit seinem Ego und vor allem durch die in seinem Kopf offenbar festgeklopften Geschlechterrollen limitiert wird, das zeigen Vekemans und ihr Uraufführungsregisseur Roger Vontobel in sehr differenzierten und glaubwürdigen Charakterstudien. Und Christian Erdmann und Jana Schulz erspielen das präzise und virtuos, geben ihren Figuren vor allem Leben und Seele.
Wie dieser ganze Abend vor allem ein »Momentum« der Schauspieler ist. Wie Kilian Land mit Künstlerknopfleiste am Sweat-Shirt sachlich den sich an seinen eigenen Skrupeln berauschenden, nur scheinunabhängigen Poeten gibt. Vor allem aber wie Wolfgang Michalek den Spin Doctor Dieter gibt, muss man einfach gesehen haben. Da ist jeder Satz, jede Wendung geschliffen, rund oder spitz, stützend oder angreifend, dabei immer zielbewusst. Dazu die aufdringliche Koks-Nase, der leicht durchscheinende Hedonismus. Da steht ein wissendes Arschloch auf der Bühne, das die Welt und ihre Abgründe kennt, darunter leidet und  doch in der Lage ist, uns dazu zu verführen, diese Welt durch seine Augen anzusehen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung
16.10.2018
Jana Schulz, eine Triumphatorin des Androgynen, befreit sich lebhaft aus ihren madamigen Posen. [...] Christian Erdmann zeigt Meinrad Hofmann emotional stark in seinen Schwächen und Selbstzweifeln, Wolfgang Michalek konturiert Dieter Seeger alsd bulligen Büromephisto [..] und André Kaczmarczyk gibt dem ungeborenen Kind mächtig Zucker.

Nachtkritik
15.10.2018
Ein starker Abend. Das Düsseldorfer Schauspielhaus hat eine Top-top-top-Besetzung aufgeboten, um das Vekemans-Stück uraufzuführen, das ist ein Statement und eine unübersehbare Reverenz an die Autorin aus dem Nachbarland.

kultur west
15.10.2018
Jana Schulz und André Kaczmarczyk als ihr schmiegsam provozierender Schatten kämpfen ein Duell aus und finden im Duett zu einer Innigkeit und Intimität, die »Momentum« wohl eher abzutrotzen gewesen ist. Vekemans’ Drama führt mit ihrer Symbiose in einen Transitraum zwischen Welt und Tod und in ein wie von Strindberg schattiertes Nachtstück.
Jana Schulz zeigt den Sprung im Panzerglas, bis es splittert und birst. Ebba hatte Jahre zuvor eine Fehlgeburt. Dieses wesenlose Kind erscheint ihr nun leibhaftig. Dieser Möglichkeitsmensch, den Ebba Felix nennen wollte und nennen wird, ist beständig anwesend als spöttischer, gelangweilter, unduldsamer Beobachter, Coach und Spiegel der Anderen. Halbstarker in Schwarz, Artist im Irrealis der Existenz, Fleisch gewordenes Trauma, nervöser Kindskopf, der aufspringt wie ein Klappmesser, die Mechanik der Macht aushebelt und die Monster des Verdrängten loslässt – so gibt André Kaczmarczyk ihm Soul.

Rheinische Post
15.10.2018
Lot Vekemans hat eindrückliche Figuren entworfen, die in der Düsseldorfer Inszenierung von starken Schauspielern getragen werden, und sie psychologisch so glaubwürdig ausgestaltet, dass sie nicht zum Sprachrohr politischer Phrasen werden. Sie denken beim Reden und reden beim Denken, und dabei schaut man ihnen gerne zu.
»Wir sind alle gefangen in den Anforderungen eines Systems und gehen darunter gebückt«, sagt die Autorin im Programmheft. Sie schafft mit »Momentum« eine treffende Parabel auf komplexe Zeiten, in denen es keine wirklichen Gewinner gibt.

Westdeutsche Zeitung
15.10.2018
»Momentum« erzählt eindrucksvoll vom Preis der Macht, den Spitzenpolitiker zahlen müssen. Das Ensemble erzeugt dabei einen Sog, der die Zuschauer in die Abgründe des Politikgeschäftes zieht.
Dieses politische Spiel der Wettbewerbe, Kämpfe, Kontroversen und Maskeraden hinterlässt seelische und körperliche Spuren. Dafür steht Meinrad, der unter der Last seines Amtes zusammenzubrechen droht, aber nach außen hin keine Schwäche zeigen darf. Diesen inneren Zwiespalt bringt Christian Erdmann glaubwürdig auf die Bühne: Er präsentiert sich mal kämpferisch, mal cholerisch, mal lust- und kraftlos. Doch die meisten Bürden trägt Ebba, die Vontobels Lieblingsschauspielerin Jana Schulz bravourös in Szene setzt. Sie verkörpert eigentlich die starke Frau im Hintergrund, soll nun aber auf der 50-Jahr-Feier der Partei eine Rede zu Gunsten ihres angeschlagenen Mannes halten. Der Vorschlag stammt von Berater Dieter, mit dem Ebba einst im Bett landete, schwanger wurde und eine Totgeburt erlitt. Das ungeborene Kind sucht Ebba immer wieder auf. Obwohl das „Sternenkind“ vergleichsweise textarm angelegt ist, verleiht André Kaczmarczyk ihm eine ungeheure Präsenz: ganz in schwarz, mit dämonischem Blick und kraftvoller Performance verkörpert er die verdrängten Geister der Vergangenheit. Wolfgang Michalek mimt den unsympathischen, emotionslosen Politberater in seiner subtilen Bedrohlichkeit überzeugend. Und selbst die Randfigur des Dichters spielt Kilian Land unaufgeregt, aber wirkungsvoll. Mit ihrem spannungsreichen Zusammenspiel erzeugen alle Akteure einen Sog, der die Zuschauer in die Abgründe des Politikgeschäfts hineinzieht.

Süddeutsche Zeitung
15.10.2018
Roger Vontobels psychologisch genaue Arbeitsweise, die gerade Klassikern oft etwas unerwartet Menschliches entlockt, ermöglicht starke schauspielerische Momente.

Neue Rhein Zeitung
16.10.2018
Vontobel kann auf ein erstklassiges Ensemble bauen. Seine langjährige Muse Jana Schulz ist als Ebba eine Bank. Christian Erdmann als ihr Gatte spielt gekonnt auf der Klaviatur der Verzweiflung: dünnhäutig, streitsüchtig und nützlich für die Interessen des dubiosen Dieter, dem Wolfgang Michalek etwas Aalglattes gibt.

Besetzung

Meinrad HofmannChristian Erdmann
Ebba HofmannJana Schulz
Dieter SeegerWolfgang Michalek
Ekram LindnerKilian Land
Das ungeborene KindAndré Kaczmarczyk

Dauer

2 Stunden — keine Pause

Termine

Di, 09.07. / 19:30 - 21:30
Im Central, Worringer Straße 140
Letzte Chance!
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http://www.dhaus.de/
D'haus - Düsseldorfer Schauspielhaus, Junges Schauspiel, Bürgerbühne
Gustaf-Gründgens-Platz 1, 40211 Düsseldorf

Momentum

Central Große Bühne
Alle Plätze 10 / 7 € erm.
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Karten & Preise

Preisgruppe Regulär Schüler/Studenten
Platzgruppe 1 10,00 € 7,00 €