Michael Kohlhaas Pressestimmen
Rheinische Post
Lothar Schröder, 20.2.2017
Unglaubliche drei Stunden, in denen Johannes Schütz mit vielen dutzend quadratischen Holztischen Brandschatzungen, Gerichtssäle und Gefängnisse vom spielenthusiastischen Ensemble entstehen lässt.
Erinnerungen an sein ›Macbeth‹-Bühnenbild der legendären Düsseldorfer Gosch-Inszenierung werden wach. Auch dort wurde viel auf Tischen gespielt, die - blutverschmiert - zwar glitschiger waren; aber ebenso sinnfällig. Zwölf Jahre danach jetzt dieser Kohlhaas. Alles brennt. Und das Düsseldorfer Publikum ist wieder aus dem Häuschen.

Westdeutsche Zeitung
Max Kirschner, 20.2.2017
Einen bejubelten, unterhaltsamen Abend voller Kraft, überschäumender Gefühle und filmartiger Bilder bietet die Regie. Star des Abends ist Bühnenbildner Johannes Schütz, der sich mal wieder selbst übertroffen hat.
In der Titelrolle überzeugt Christian Erdmann – ein eleganter, wenig aufmüpfiger Kohlhaas, für den Recht und Ordnung höchste Priorität haben. Wandlungsfähig leuchtet Erdmann die Facetten des tugendhaften Mannes aus, der beinah bewundernswert konsequent seinen Weg geht. Andrei Viorel Tacu gibt dagegen den verhuschten, leicht tuntigen Tronka in rotem Dress, der sich wie ein kleines Mädchen unter dem Tisch versteckt, um nicht in die Fänge von Kohlhaas zu geraten. Manchmal hauen er – wie auch andere Nebenfiguren – auf die Comedy-Pauke und bescheren dem sonst so bitter ernsten Sujet unerwartet komische, heitere Momente. Hohe Darsteller-Qualität bieten ebenfalls Minna Wündrich (als Lisbeth), Thomas Wittmann (als Luther und Kurfürst) und Dominik Puhl (in zahlreichen Rollen).

WDR 3
Martin Burkhart, 20.2.2017
»Ein imposanter Abend, der zeigt, was das Theater kann. Wie man mit Tischen und Stühlen eine ganze Welt erstellen kann. Theater vom Feinsten.«

Westfälische Rundschau
Jens Dirksen, 19.2.2017
Ein Abend der Sprechkunst für die Schauspieler, die sich an Kleists aberwitzigen Satzbau-Architekturen nicht verheben. Allen voran Christian Erdmann in der Titelrolle, der mit getrampelten Ovationen gefeiert wurde.
Erdmann gibt der hochgezüchteten Artistik von Kleists Sprache jene Klarheit und Selbstverständlichkeit, die ihre Kunst erst zum Leuchten bringt. […] Was aber bleibt von diesem Abend in Düsseldorf, ist ein Hochamt der Sprache und ein Fest für die Augen.

nachtkritik.de
Dorothea Marcus, 19.2.2017
»Hartmann ist in Düsseldorf ein kräftiger und emotionssicherer Abend gelungen.«

Spiegel online
Andreas Wilink, 19.2.2017
»Die Central-Spielfläche hat Johannes Schütz - genial schlicht - mit 289 grauen Tischen im Quadrat gebaut und raumfüllend dem Bühnenkasten eingepasst.«

DIE ZEIT
Wolfram Goertz, 23.2.2017
Man hört besten Kleist und fühlt sich zugleich wie bei Johann Sebastian Bach, bei dem die gesungenen Regieanweisungen ebenfalls in den Abgrund des Wesentlichen ragen. Altes wirkt ganz neu und dann wieder Jahrhunderte entfernt.
Den Spielern hat der Kostümbildner Malte Lübben preziös historisierende Kleider angezogen, und die Orgelklänge des Wehmutsmusikers Karsten Riedel klingen, als hätten Renaissance und Grunge-Rock sich vermählt. Das schiebt eine feierliche Distanz zwischen diese Menschen und ihr Publikum. Dessen Stimmungen registriert der Regisseur wie ein Organist, der die Knöpfe zieht: Wir erleben eine Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Hartmann. Hier gibt es keine Vergebung, keine Läuterung, kein Erbarmen. [...] Es ist so kalt in dieser Welt, dass auch Kohlhaas nicht beichten möchte. Das Einzige, was ihn auf dem Schafott wärmt, ist der Triumph des Siegs über seinen Gegner. Noch wärmer ist der Beifall des begeisterten Publikums.

Der Standard
Bernhard Doppler, 21.2.2017
Christian Erdmann führt eindrucksvoll viele Attitüden der Nachdenklichkeit, Besorgtheit, des ruhigen Nachforschens vor, vor allem scheint sein Kohlhaas ungemein lange geduldig mit der Willkür der Bürokratie zu sein.
Sogar als Mörder und selbsternannter Racheengel wirkt Kohlhaas versonnen und bedächtig, zärtlich zu seinen Kindern – doch kaum entsetzlich. Der Abend bleibt so unentwegt unterhaltsam.

Besetzung

Michael Kohlhaas, ein Rosshändler aus BrandenburgChristian Erdmann
Lisbeth, seine FrauMinna Wündrich
Herse, ein Knecht des KohlhaasFlorian Lange
Der Kurfürst von SachsenThomas Wittmann
Dr. Martin Luther / Der Kurfürst von BrandenburgReinhart Firchow
Prinz Christiern von MeißenJan Maak
Junker Wenzel von TronkaAndrei Viorel Tacu
Hinz und Kunz von Tronka, ein Mundschenk und ein KämmererMatthias Luckey
Heinrich von Geusau, Stadthauptmann von PotsdamWolf Danny Homann
StatisterieKorbinian Bachem, Richard Becker, Antonis Chrysoulakis,Jasper Ebert, Lennart Ebert, Jan Junghardt, Liam Kranz, Antonio Porzio,Mohamed Sbai, Nikita Schmitz, Erik Schwarz, Lars Unkenholz, DennisWalsdorfer, Tim Zielke
DramaturgieRobert Koall
VideoRoman Kuskowski
Dramaturgische MitarbeitJuliane Hendes
TheaterpädagogikThiemo Hackel

Dauer

2 Stunde, 45 Minuten — eine Pause

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