Mit der Faust in die Welt schlagen

nach dem Roman von Lukas Rietzschelab 12 JahrenPremiere am 26. September 2019Münsterstraße 446, StudioJunges Schauspiel

Über das Stück

Das erfolgreiche Romandebüt des 25-jährigen Autors Lukas Rietzschel ist eine Coming-of-Age-Geschichte. Im Zentrum stehen die Brüder Philipp und Tobias, die in der sächsischen Provinz aufwachsen. Während die Alten, die Landschaften und die ehemaligen Fabriken von Strukturwandel und Entwurzelung erzählen, starten Philipp und Tobias in eine Zukunft, in der ihre Identitätssuche mit der Neuorientierung eines Landes zusammenfällt. Die Clique um den einige Jahre älteren Anführer Menzel vermittelt das ersehnte klare Weltbild und ein starkes Wirgefühl. Feindbilder gibt es aus ihrer Perspektive genug: die Geflüchteten, die Politiker:innen, die Medien. An der Frage, ob der alte Schrebergarten der Großeltern einer syrischen Familie überlassen werden soll, zerbricht die Beziehung der Brüder. Während der eine sich mehr und mehr zurückzieht, ist der andere zur Tat bereit. Dreißig Jahre nach dem Mauerfall wirft Martin Grünheit, der hier zuletzt »Der kleine Angsthase« inszenierte, einen Blick auf die Nachwendezeit und spürt gesamtdeutschen Zusammenhängen nach. Er untersucht die Beziehungen zwischen Brüdern und Dynamiken in männerdominierten Gemeinschaften, fragt nach den Ursachen für Rechtspopulismus und -extremismus in Deutschland und Europa.

Besetzung

Mit Ali Aykar, Paul Jumin Hoffmann
Regie und Bühne Martin Grünheit
Kostüm Imke Paulick
Musik Frieder Hepting
Theaterpädagogik Thiemo Hackel

Dauer

1 Stunde, 15 Minuten — keine Pause

Trailer

Pressestimmen

Die beiden Darsteller, Ali Aykar und Paul Jumin Hoffmann, sind regelrecht spielwütig! Sie albern herum, setzen ihre Körper ein, nutzen eine Videokamera, machen Musik. Der Abend kommt teilweise so humorvoll und unbefangen daher, wie man es vielleicht von »Tschick« kennt. Genau das könnte ein Weg sein, die jungen Düsseldorfer an das Thema »Osten« heranzuführen. Das scheint auch nötig, denn Neschwitz liegt nicht irgendwo im Ausland, sondern mitten in Deutschland.
Deutschlandfunk Kultur
Für die Düsseldorfer Inszenierung haben sie die Vorlage klug zusammengestrichen. Regisseur Martin Grünheit konzentriert sich ganz auf jene Szenen des Romans, die das Beziehungsverhältnis der beiden Brüder zueinander und zu ihren Freunden illustrieren. Reichlich Identifikationsangebote auch für ein jugendliches Publikum. Gewinnbringend ergänzt wird der Stoff von Musik. Frieder Hepting hat für das Stück treibende elektronische Klänge arrangiert und zuweilen ganze Songs komponiert, in denen die Handlung forterzählt wird. [...] Es ist kein Theaterstück über den Osten geworden. Rechtsextreme gibt es schließlich auch in Düsseldorf, Dortmund und anderswo.
Rheinische Post
Ali Aykar und Paul Jumin Hoffmann gebührt für ihre Verkörperung der Brüder Philipp und Tobi großes Lob.
Westdeutsche Zeitung