Jugend ohne Gott Pressestimmen
Rheinische Post
15.9.2018
Mit Ödön von Horvaths »Jugend ohne Gott« fragt das Junge Schauspielhaus, was es kostet, sich einer verrohten Gesellschaft entgegenzustellen. [...] Ein Lehrstück über Mut und Anstand und die richtige Haltung in einer falschen Zeit. Mit einem starken politischen Stoff beginnt das Junge Schauspielhaus also seine Spielzeit, und gleich zu Beginn wird klar, dass »Jugend ohne Gott« kein abgelagertes Stück aus brauner Vorzeit ist, sondern mit seinen Fragen nach Zivilcourage und dem Widerstandsgeist von Demokraten die Zeit wieder trifft. [...] Das Ensemble, in dem drei neue Darsteller des Jungen Schauspielhauses zu erleben sind, ist bereits bestens aufeinander eingespielt. Es stemmt diese Inszenierung mit der rasanten Szenenfolge wirklich als Team.

WDR 3 Mosaik
14.9.2018
Sehr interessant, spannend, auch ein interessanter Stoff für Erwachsene. Auch die Schauspieler machen das sehr dicht, sehr kompakt, schaffen mit diesen schnellen Rollenwechseln kleine Gesten, manchmal bringen sie ein bisschen Kabarett mit rein. Es gibt auch manchmal einen leichten Anklang an heutige Jugendsprache, aber immer sehr differenziert, sehr leise bringen sie dann diese widersprüchlichen Figuren, diese scharfsinnigen Sätze von Horváth gut rüber, die ja immer noch sehr aktuell und treffend sind.

Neue Düsseldorfer Online Zeitung
15.9.2018
Ein Stück, das Horváth 1936 schrieb, und das in dieser Inszenierung im Jungen Schauspiel an der Münsterstraße kaum aktueller sein könnte.
Fünf Schüler_innen, die wegen der Gleichmacherei in Uniformen mit Armbinden stecken, stehen auf schwankender Bühne in Ödön von Horváths »Jugend ohne Gott« und zeigen, wie Konformität, Anpassung, Mitläufertum, Rassismus aufkommt und doch noch überwunden wird. [...] Minutenlanger verdienter Applaus für die jungen Schauspieler_innen. 

Westdeutsche Zeitung
15.9.2018
Temporeich mit schnell aufeinander folgenden Szenenwechseln.

theater:pur
14.9.2018
Horváths Krimi kippt ins Heute. Grandiose junge Akteure in einem packenden Stück zwischen Politdrama und Krimi. [...] Kaum beginnen sie zu sprechen und sich zu bewegen, da schwankt der Boden unter ihnen: nur äußerst kalkuliert und vorsichtig, ängstlich darauf bedacht, nicht abzugleiten, stets den anderen beobachtend und einschätzend, schafft diese exzellente Bühnenidee eine Metapher für das Lavieren der Menschen unter der Bedrohung eines allgegenwärtigen Machtapparates.
Grandios, wie die Schauspieler*innen in die Rollen schlüpfen, mit minimalen Requisiten, mit Sprachvariation und Gestik die nötige Atmosphäre schaffen. Beeindruckend und atmosphärisch verdichtend begleiten die Kompositionen des jungen Musikers Felix Rösch das gesamte Geschehen subkutan mit Variationen eines gedämpften Dreitonmotivs in Moll auf Kirchenorgel, Synthesizer und Snare-Drum. Ein zugleich bestens unterhaltender und ergreifender Abend im Jungen Schauspiel - keineswegs nur für junges Publikum. Großer Applaus für alle Beteiligten!

Mannheimer Morgen
12.3.2019
Die Schauspieler konnten durch ihre beeindruckende schauspielerische Leistung überzeugen, die auch in der Nachbesprechung des Öfteren zur Ansprache kam. Den Akteuren gelang es, die Eindringlichkeit ihrer Aussagen durch das ständige Sprechen im Chor so zu verstärken, dass man sich sehr gut in die Situation hineinversetzen konnte. Dieser Effekt wurde ebenfalls durch die von Iris Kraft getroffene Kostümwahl (Uniformierung in den Farben blau, weiß und rot) verstärkt, welche bei allen Akteuren gleich war und somit keine Entfaltung der Individualität zuließ. Sehr interessant war außerdem die Entscheidung, das Theaterstück sehr nah am Roman zu inszenieren, da nur zwei Wörter von Horvaths ursprünglichem Antikriegsroman verändert wurden. Somit wurde auch gleichzeitig die Aktualität des Themas verdeutlicht. Auch musikalisch schaffte es Felix Rösch, durch die Verwendung einer auf das Stück abgestimmten und selbst komponierten Musik, stets an den richtigen Stellen Spannung aufzubauen und den Zuschauer somit regelrecht mitzureißen.
Das Bühnenbild, das ausschließlich aus einer beweglichen Ebene bestand, zeigte sehr schnell seinen intelligenten Zweck. Durch diese Art der Inszenierung war es möglich, die verschiedenen Machtverhältnisse zwischen den Schauspielern zu verdeutlichen und gleichzeitig zu zeigen, dass zur Zeit des Nationalsozialismus jegliche Stabilität verloren ging, da ein falscher Schritt reichte, um die Konstruktion ins Wanken zu bringen.