Der Idiot Pressestimmen
Wiener Zeitung
Joachim Lange, 21.01.16
»Hartmann hätte das am Burgtheater nicht besser besetzen können.«
»André Kaczmarczyk hat sich damit in die Herzen der Zuschauer und unter den Mimen seines Alters ganz nach vorne gespielt! Aber nicht nur er brilliert. Auch die geerdete Generalin von Rosa Enskat oder die Vitalität von Christian Erdmanns Rogoschin sind grandios. Und so wie Yohanna Schwertfeger als Nastassja Filipowna mit ihren Reizen kalkuliert, triumphiert, abstürzt und von Myschkin doch für Momente zu sich selbst verführt wird, hätte Hartmann das am Burgtheater auch nicht besser besetzten können.« 

Der Spiegel
Wolfgang Höbel, 23.01.16
»Der Regisseur Matthias Hartmann hat mit ›Der Idiot‹ eine vergnügliche, herzergreifende Aufführung zustande gebracht – und sich zurückgemeldet unter die wichtigen Regisseure des deutschsprachigen Theaters.«
»Der Regisseur Matthias Hartmann hat mit ›Der Idiot‹ eine vergnügliche, herzergreifende Aufführung zustande gebracht – und sich zurückgemeldet unter die wichtigen Regisseure des deutschsprachigen Theaters. Das Spiel aus komischer Distanzierung von der Textvorlage und glühender Verehrung für deren psychologische Klugheit beherrscht Hartmann perfekt. In Dresden macht er aus Dostojewskijs Kolossaltragödie eine Salonkomödie, die nie klüger sein will als die bösen Geschichten, die ihre Figuren erzählen.«

Deutschlandfunk
Hartmut Krug, 19.01.16
»So präzise wie spiellustige Schauspieler. Zu erleben ist wunderbar konzentriertes spielerisches Erzähltheater. Eine kluge Bühnenadaption des Romans.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Andreas Rossmann, 11.10.2016
»Matthias Hartmanns Version strafft die Fabel geschickt. Der Regisseur, der mit der Dramaturgin Janine Ortiz und dem Ensemble die Textfassung entwickelt hat, überführt den Roman in ein Erzähltheater, das, mit vielen überraschenden Wendungen, die Darsteller zwischen Dialog und Kommentar, direkter und indirekter Rede wechseln und auch mal aus der Rolle fallen lässt. Mit Witz und Ironie, Keckheiten und schönen Details.«
»Das Erste, was sich über Matthias Hartmanns Version sagen lässt, ist, dass sie die Fabel geschickt strafft und in fast vier Stunden flüssig erzählt. Der Regisseur, der mit der Dramaturgin Janine Ortiz und dem Ensemble die Textfassung entwickelt hat, überführt den Roman in ein Erzähltheater, das, mit vielen überraschenden Wendungen, die Darsteller zwischen Dialog und Kommentar, direkter und indirekter Rede wechseln und auch mal aus der Rolle fallen lässt. Wie Hartmann die Szenen mehr an — als ausspielt, verzahnt und lebendig hält, wie er die Figuren auf engem Raum bewegt, Beziehungen andeutet und Blicke choreographiert, fügt sich mit Witz und Ironie, Keckheiten und schönen Details zu einer gefälligen, kurzweiligen Aufführung.«

Westdeutsche Zeitung
Marion Troja, 10.10.2016
»Dem Spiel der Darsteller, die zum großen Teil mit dem neuen Intendanten von Dresden nach Düsseldorf gewechselt sind und nun zum Ensemble der Stadt gehören, ist es zu verdanken, dass der Abend fast immer die Balance zwischen wahrhaftigem Mitgefühl, ironischem Kommentar und gekonntem Klamauk hält. Die Schauspieler haben sich an diesem langen Abend den begeisterten Applaus verdient. Sie wecken große Lust, sie noch in vielen weiteren Rollen zu erleben.«
»Dem Spiel der Darsteller, die zum großen Teil mit dem neuen Intendanten von Dresden nach Düsseldorf gewechselt sind und nun zum Ensemble der Stadt gehören, ist es zu verdanken, dass der Abend fast immer die Balance zwischen wahrhaftigem Mitgefühl, ironischem Kommentar und gekonntem Klamauk hält. Es ist wirklich sehr komisch, wie Rosa Enskat als frustrierte Generals-Gattin dem Publikum vorführt, dass sie in dramatischen Situationen effektvoll den Kopf in den Nacken wirft und dabei die Augen aufreißt. Kurz drauf vermag sie es, ihre Sehnsucht mit einem hinreißend gesungenen russischen Lied anrührend durch den Raum zu schicken. […] Der Wechsel zwischen den Ebenen geht unversehens, manchmal innerhalb eines Satzes. Und wenn der vor Liebe rasende Parfion (Christian Erdmann) sich die Haare rauft und zum Messer greift, passt es dennoch zum Ton der Aufführung, dass er einen Augenblick später Myschkin selbstreflexiv fragt: ›Was denkst du darüber?‹ André Kaczmarczyk spielt diesen sensiblen Geist, dem die Glieder schlottern, wenn seinen Nächsten Unrecht geschieht und den seine Gabe, das Gute in den Menschen zu sehen, am Schluss den Mörder seiner Verlobten tröstend in den Armen wiegen lässt. Der 30-Jährige schafft das mit seiner feingliedrigen Zartheit so glaubhaft, dass man am Ende seiner Worte einen Moment braucht, um sich aus dieser unendlich traurigen Verzweiflung über die Unmenschlichkeit der Menschen zu lösen. Die Schauspieler haben sich an diesem langen Abend den begeisterten Applaus verdient. Sie wecken große Lust, sie noch in vielen weiteren Rollen zu erleben.« 

Rheinische Post
Marion Meyer, 10.10.2016
»Das Schöne an dieser Bühnen-Fassung ist, dass sie nicht so sehr auf Dialoge setzt, sondern den Erzähltext samt Brüchen mitliefert. Sätze wechseln mittendrin den Sprecher, wenn der Bezug sich ändert. So kommt es zu teils komischen Reibungen zwischen Erzählung und Handlung.«

Besetzung

Fürst Lew Nikolajewitsch MyschkinAndré Kaczmarczyk
Parfjon Semjonowitsch Rogoschin, KaufmannssohnChristian Erdmann
Nastassja Filippowna Baraschkowa, ehemalige MätresseYohanna Schwertfeger
Iwan Fjodorowitsch Jepantschin, GeneralThomas Wittmann
Lisaweta Prokofjewna Jepantschina, seine FrauRosa Enskat
Alexandra Iwanowna Jepantschina, ihre Tochter / Adelaida Iwanowna Jepantschina, ihre TochterCathleen Baumann
Aglaja Iwanowna Jepantschina, ihre TochterLieke Hoppe
Ardalion Alexandrowitsch Iwolgin, General a. D.Jan Maak
Nina Alexandrowna Iwolgina, seine FrauRosa Enskat
Warwara »Warja« Ardalionowa Iwolgina, ihre TochterCathleen Baumann
Gawrila »Ganja« Ardalionowitsch Iwolgin, ihr SohnKilian Land
Afanassij Iwanowitsch Tozkij, GroßgrundbesitzerRainer Philippi
Lukjan Timofejewitsch Lebedjew, BeamterEmanuel Fellmer
Kammerdiener des General JepantschinJan Maak
Rogoschins DienerKilian Land
LichtMichael Gööck
DramaturgieJanine Ortiz

Dauer

4 Stunden — zwei Pausen