Rheinische Post
Dorothee Krings, 14.11.2016
»Jan Gehler inszeniert Brechts Volksstück als lakonische Farce – bitter und unterhaltsam.«
»Gehler inszeniert ein intelligentes Spiel mit Zeichen und Andeutungen. Da traut einer seinem Publikum, will nicht belehren, sondern spielen und plötzlich wirkt ein altes Volksstück aus dem düsteren Norden ziemlich modern [...] Den alten Gegensatz zwischen denen, die besitzen, und denen, die nie auf einen grünen Zweig kommen werden, hat Brecht in ›Herr Puntila und sein Knecht Matti‹ in ein schelmisches Stück Bauerntheater eingeschrieben. Gehler hat es von allem Folkloristischen befreit, ohne den Witz zu zerstören. Und plötzlich spielt diese Farce in Zeiten, da es wieder um das Missverstehen zwischen Eliten und Abgehängten geht. Brecht lehrt, dass das weniger eine Frage des Lifestyles ist, als mancher Kommentator heute wahrhaben will.«

Westdeutsche Zeitung
Max Kirschner, 14.11.2016
»Die Schauspieler ziehen als schräge, schrille Typen alle Register deftiger Komödie. Und beweisen erneut, welch ein facettenreiches, talentiertes und extrem wandlungsfähiges Schauspieler-Ensemble der neue Intendant an den Rhein gelockt hat. Von allen wird man hoffentlich noch viel hören und sehen.«
»Brechts Puntila beweist erneut, welch extrem wandlungsfähiges Ensemble der neue Intendant an den Rhein geholt hat. […] Wenn’s brenzlig oder allzu hochprozentig wird, rutschen die Figuren, wie vergnügte Kinder, einfach den Abhang runter. […] Diese Schräge ist Metapher für die Typen-Inszenierung von Jan Gehler, der ganz auf Spielkunst und Wandlungsfähigkeit seiner handverlesenen Darsteller setzt. […] Sie ziehen als schräge, schrille Typen alle Register deftiger Komödie. Und beweisen erneut, welch ein facettenreiches, talentiertes und extrem wandlungsfähiges Schauspieler-Ensemble der neue Intendant an den Rhein gelockt hat. Von allen wird man hoffentlich noch viel hören und sehen.«

Nachtkritik
Martin Krumbholz, 14.11.2016
»Die schön-abstrakte Bühne von Sabrina Rox mit ihrer steilen Schräge, zwei unterschiedlichen Türen und einer Fensterluke ist hoch anspruchsvoll, sie fordert eine konzentrierte, streng formalisierte Spielweise.«
»Jan Gehler zeigt Bertolt Brechts überraschend witziges, gut gealtertes Stück am Düsseldorfer Schauspielhaus. Die schön-abstrakte Bühne von Sabrina Rox mit ihrer steilen Schräge, zwei unterschiedlichen Türen und einer Fensterluke ist hoch anspruchsvoll, sie fordert eine konzentrierte, streng formalisierte Spielweise.«

Neue Rhein Zeitung
Lars von der Gönna, 14.11.2016
»Starkes Schauspielertheater und furioser Schluss.«
»Den doppelten Boden seiner Rolle erkundet Grothgar famos mit choreografisch präziser Körperlichkeit, dazu mit einem Ton, der die Leutseligkeit des Machtmenschen stets auf dem Sprung weiß. Umso spannender im Kontrast: Konstantin Lindhorsts Matti ist von umwerfend schlanker Natürlichkeit – jener Brecht-Distanz, die das Verhältnis von Herr und Knecht so still wie stechend aushöhlt.«

Besetzung

Puntila, GutsbesitzerAndreas Grothgar
Eva Puntila, seine Tochter / ein Arbeiter / der Kümmerliche etc.Cennet Rüya Voß
Matti, sein ChauffeurKonstantin Lindhorst
Der Richter / das Kuhmädchen / der KümmerlicheCathleen Baumann
Der Attaché / die Telefonistin / der rote Surkkala / ein ArbeiterAlexej Lochmann
Laina / das Apothekerfräulein / der Probst / ein ArbeiterHanna Werth, Florenze Schüssler
LichtKonstantin Sonneson
DramaturgieFrederik Tidén
TheaterpädagogikThiemo Hackel

Dauer

2 Stunden, 15 Minuten — keine Pause