Gilgamesh Pressestimmen
Deutschlandradio Kultur
Alexander Kohlmann, 16.09.2016
»Ein ganz grandioser Einstieg. Diese Rückkehr von Theater zum Geschichtenerzählen inmitten in der Stadt. Man kann in Düsseldorf kaum vorbeigehen ohne hineingesogen zu werden. Düsseldorf wird diese Stadt Uruk, eine total tolle Aussage, vielleicht auch für diese Intendanz. [...] Ein toller Abend.«
»Ein ganz grandioser Einstieg. Diese Rückkehr von Theater zum Geschichtenerzählen inmitten in der Stadt. Man kann in Düsseldorf kaum vorbeigehen ohne hineingesogen zu werden. Düsseldorf wird diese Stadt Uruk, eine total tolle Aussage, vielleicht auch für diese Intendanz. Dass man so ganz groß anfängt, mit dem ältesten Mythos der Menschheitsgeschichte überhaupt, und den dann so runterbricht, dass man ihn in Düsseldorf erzählen kann und dass er den Leuten dort auch was zu sagen hat. Es betrifft jeden, egal ob reich oder arm, es gibt in Düsseldorf sicherlich auch viele Gilgameshs, die sich fragen, was der Sinn ihres Lebens eigentlich ist und wie sie von der großen Attitüde herunterkommen zu den ganz kleinen Dingen. Ein toller Abend.«

Neue Rhein Zeitung
Jens Dirksen, 17.06.2016
»Furioser Auftakt für die Intendanz von Wilfried Schulz am Düsseldorfer Schauspielhaus: [...] eine neue Ära beginnt. [...] Zum umjubelten Mittelpunkt des Abends wird Christian Erdmann in der Titelrolle. [...] Extralang anhaltende Ausschläge auf dem Applausometer. Düsseldorf darf wieder auf Holz klopfen.«
»Furioser Auftakt für die Intendanz von Wilfried Schulz am Düsseldorfer Schauspielhaus: [...] eine neue Ära beginnt. [...] Zwischen den Trümmern eine dreiköpfige Band, die den Abend mit Düsterrocksounds begleiten wird; es gibt wilde Tanz-Choreografien im wegspritzenden Wüstensand, der immer mal wieder mit Wasser in Schlamm verwandelt wird.  
Der Eindreiviertelstunden-Abend kommt also rundum sinnlich daher. [...] Zum umjubelten Mittelpunkt des Abends wird allerdings Christian Erdmann in der Titelrolle. Und in der Tat gibt Erdmann dem Haudrauf und Abenteuer-König alle Facetten, die aus diesem herabgestiegenen Halbgott einen ganzen Menschen machen, Kraftkerl und feinnervig zugleich. [...] Extralang anhaltende Ausschläge auf dem Applausometer. Düsseldorf darf wieder auf Holz klopfen. « 

Westdeutsche Zeitung
Marion Troja, 17.09.2016
»Schauspiel startet mit starkem Spektakel. [...] Roger Vontobel inszeniert mit Wucht, Witz und Sinn für die Stadt. [...] Der Zirkus [...] steht auf der Kö Nummer 1. Daran lassen Regisseur und Theater keinen Zweifel.«
»Schauspiel startet mit starkem Spektakel. [...] Roger Vontobel inszeniert mit Wucht, Witz und Sinn für die Stadt. [...] Manege statt Bühne, wenig Technik und viel handgemachtes Theater – Hausregisseur Roger Vontobel nimmt die Herausforderung an, die Geschichte des Königs Gilgamesh unter dem nachtblauen Zirkuszelthimmel zu erzählen. Die Zuschauer sitzen im Halbrund nah dran, sehen sich gegenseitig und erleben mit, wie dieser testosteronberauschte Herrscher von Uruk sein Volk tyrannisiert, sich später selbst in der Freundschaft zum Gefährten Enkidu erkennt, über dessen Tod verzweifelt und am Ende erfährt, wofür es sich zu leben lohnt. [...] Der Zirkus, in dem diese ewig gültige Geschichte erzählt, gespielt, gesungen und getanzt wird, steht auf der Kö Nummer 1. Daran lassen Regisseur und Theater keinen Zweifel.«

Rheinische Post
Dorothee Krings, 17.09.2016
»Ein Theater hat sich der Stadt geöffnet, die so lange mit ihrem Schauspielhaus gefremdelt hat. Ein berührender Moment ist das für Düsseldorf. [...] Bemerkenswert, wie Christian Erdmann mit ironischen Brechungen arbeitet, ohne seine Figur zu verraten, wie er Gilgamesh als modernen Zyniker spielt, als arroganten, selbstverliebten Macho, der auf den Rat der Ältesten und die Macht der Götter pfeift.«
»Da ist ein 5000 Jahre alter Stoff in der Gegenwart angekommen. Und ein Theater hat sich der Stadt geöffnet, die so lange mit ihrem Schauspielhaus gefremdelt hat. Ein berührender Moment ist das für Düsseldorf. [...] Vontobel zieht alle Register [...] und hat einen Hauptdarsteller, der zwischen den Zeiten wandeln kann. Bemerkenswert, wie Christian Erdmann mit ironischen Brechungen arbeitet, ohne seine Figur zu verraten, wie er Gilgamesh als modernen Zyniker spielt, als arroganten, selbstverliebten Macho, der auf den Rat der Ältesten und die Macht der Götter pfeift. [...] Minna Wündrich gibt eindringlich die Hure Shamhat ohne falsche Empfindsamkeit. Und wenn Florian Lange als Waldhüter Humbaba um sein Leben fleht, wenn er bittet und schmeichelt, dann freut man sich auf künftige Begegnungen mit diesem Ensemble, das voller Spielfreude ist und an diesem Abend in keinem Moment die Spannung verliert. [...] Ein starker Auftakt mit einem vorsintflutlichen Text, der der Gegenwart viel zu sagen hat. [...] Dafür gab es langen, warmherzigen Applaus im Theaterzelt an der Kö. Das Schauspielhaus hat die Planen hochgezogen, hat lebendige Kunst freigesetzt mitten in der Stadt. Das kann nun wirken.« 

Süddeutsche Zeitung
Egbert Tholl, 17.09.2016
»Denn der Ort der Aufführung ist ein luftiges weißes Zirkuszelt, in das ohnehin die Geräusche der Stadt dringen, der Verkehrslärm, auch mal das Knattern eines Hubschraubers. Das macht die Sache aber auch spannend, weil Theater hier nicht in einem abgeschlossenen Raum stattfindet, sondern mit der Stadt zu tun hat, auch wenn die hereinlärmt. [...] Ein prächtiges Bild eines freilaufenden Schauspielers in einer aufgeräumten Stadt.«
»Denn der Ort der Aufführung ist ein luftiges weißes Zirkuszelt, in das ohnehin die Geräusche der Stadt dringen, der Verkehrslärm, auch mal das Knattern eines Hubschraubers. Das macht die Sache aber auch spannend, weil Theater hier nicht in einem abgeschlossenen Raum stattfindet, sondern mit der Stadt zu tun hat, auch wenn die hereinlärmt. [...] Vontobel verwendet Raoul Schrotts effiziente Synthese der verschiedenen Stränge des Mythos’, verdichtet sie weiter und macht echtes Jungs-Theater. Im Mythos gibt es Frauen nur als Hure oder Mutter; erstere verschwindet in Gestalt der blass-glatten Minna Wündrich bald im Chor, Michaela Steiger jedoch hat als Mutter erhabene Momente großer Ruhe, wenn die Aufführung ihr diese Ruhe auch gönnt. Die Jungs jedoch veranstalten erst einmal großes Zampano-Theater, graben in der Mitte des Zirkus im Lehm, schmieren sich voll, raufen, tanzen, sind allesamt, nicht nur die ausgewiesenen Tänzer, von großer physischer Elastizität und machen eine Zeit lang munteres Körpertheater zu Murenas Musik. [...] Bis die Zeltwand hochgezogen wird und Erdmann, lehmbeschmiert und nur mit Unterhose bekleidet, in die Nacht verschwindet, zur Königsallee. Ein prächtiges Bild eines freilaufenden Schauspielers in einer aufgeräumten Stadt.«

Die deutsche Bühne online
Detlev Baur, 19.06.2016
»Roger Vontobel und sein Team gemeinden ›Gilgamesh‹ also erfolgreich in anspruchsvolles Unterhaltungstheater ein. Abgerundet wird dieser gelungene Intendanzstart durch die Öffnung des Abends zur Stadt hin – Gilgameshs Weltreise endet in Düsseldorf. Ein Anfang für ein starkes, geerdetes Schauspielhaus ist gemacht.«
»Und dennoch ist dieser zweistündige Abend in sich stimmig und überzeugend. Zunächst einmal wegen der körperlich sehr präsenten und gut choreographierten Darsteller, die zugleich sprachlich die epischen Passagen überzeugend bewältigen. Der Spielstätte gemäß hat nicht nur der Bühnenboden, sondern auch die musikalische Begleitung durch die drei Musiker (Murena Murena) circensische Qualität, eröffnet aber auch eine Art Country-Blues-Atmosphäre. Angeführt von Takao Baba wirbeln zwei Tänzer und sieben Darsteller im Bühnenhalbrund umher, verbinden die Erzählung mit starker körperlicher und rhythmischer Präsenz. [...] 
Roger Vontobel und sein Team gemeinden ›Gilgamesh‹ also erfolgreich in anspruchsvolles Unterhaltungstheater ein. Abgerundet wird dieser gelungene Intendanzstart durch die Öffnung des Abends zur Stadt hin – Gilgameshs Weltreise endet in Düsseldorf. Ein Anfang für ein starkes, geerdetes Schauspielhaus ist gemacht.« 

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Andreas Rossmann, 19.06.2016
»Eine ferne Geschichte von archaischer Kraft und animalischer Gewalt, auch wenn zeitlose Themen wie Liebe und Freundschaft, Macht und Läuterung sie durchziehen.«
»Eine ferne Geschichte von archaischer Kraft und animalischer Gewalt, auch wenn zeitlose Themen wie Liebe und Freundschaft, Macht und Läuterung sie durchziehen. [...] Die Manege wird zum Sandkastenspielfeld auf dem gerungen und gesprungen, getanzt und getobt, gekämpft und gekraftmeiert wird.«

Besetzung

MusikMurena Murena
ChoreografieTakao Baba
LichtJean-Mario Bessière
DramaturgieRobert Koall
TheaterpädagogikMatin Soofipour

Dauer

1 Stunde, 50 Minuten — keine Pause