Der Zauberer von Oz Pressestimmen
theater:pur
Christa Fluck, 10.11.2015
Robert Neumann bringt diese anrührende Geschichte über die Freundschaft - die das Anders-Sein der Anderen kennen und schätzen lernt und am Ende jeden zu sich selbst führt – in ruhigen, überzeugenden Bildern auf die Bühne.
Er verzichtet darauf, mit den Figuren der Bösen zu schockieren und zu erschrecken, lässt vielmehr selbst die Böse Hexe in weiß-glitzerndem Prinzessinnen-Kleid ihre Macht vom obersten Steg aus entfalten und schickt als aggressiven Krähenschwarm nicht schwarze Ungeheuer, sondern weiß-rote Phantasie-Videos über die Bühnenwand. Licht- und Sounddesign, flirrender Gold- und Silberregen aus dem Bühnenhimmel sowie die behutsame Live-Streichmusik untermalen das Märchenhafte dieser leisen, gar nicht effekthascherische Inszenierung, die von einem eindringlich spielenden Ensemble getragen wird. Dabei besonders überzeugend und zu Herzen gehend, das selbstverständliche Mit- und Füreinander-Einstehen der vier so völlig unterschiedlichen Freunde mit all ihren Skurrilitäten.

Rheinische Post
Dorothee Krings, 07.11.2016
In Zeiten, da das Kino eine Superheldengeschichte nach der anderen hervorstößt, erzählt das Junge Schauspielhaus in Düsseldorf im Vorweihnachtsstück ›Der Zauberer von Oz‹ eine alternative Story: eine über Freundschaft, Rücksichtnahme, Vertrauen, über Mut, der aus Rückhalt entsteht, Intelligenz, die sich aus dem Wissen aller speist, Liebe, die mit Mitgefühl beginnt.
Die Inszenierung lädt zum Beobachten, Ruhigwerden ein, sie lärmt nicht, sondern erzählt eine schlichte Folge von Episoden über vier Sonderlinge, die gemeinsam Abenteuer bestehen, einander näherkommen, begreifen, dass ihre Schwächen nur Andersartigkeiten sind, solange sie einander helfen. Eine starke Ensembleleistung, in der Maëlle Giovanetti als schlaue Dorothy, Alessa Kordeck als zerknirschte Vogelscheuche, Bernhard Schmidt-Hackenberg als wunderbar melancholischer Blechmann und Paul Jumin Hoffmann als zögerlicher Löwe ein starkes Quartett bilden. Sie spielen vor, worauf es bei Freunden ankommt: nicht zu werten, sondern wertzuschätzen.

Westdeutsche Zeitung
Marion Troja, 07.11.2016
Charmant gelingt es den Schauspielern, die Aufmerksamkeit der Zuschauer an die Figuren zu binden.
Die Vogelscheuche (Alessa Kordeck), die immer gerade so viel Sprache verdreht, dass man ihr den „stausgeopften Kohstropf“ abnimmt und nachfühlt, dass sie sich nach „Stervand“ sehnt. Der Blechmann (Bernhard Schmidt-Hackenberg) ist mutig für zwei und würde doch so gerne ein bisschen weinen, den ihm fehlt das Herz. Seine Tränen zum Schluss sind wirklich rührend. Und der Löwe (Paul Jumin Hoffmann) muss seinen Mut passend zur prächtigen Mähne erst im Moment der Gefahr selbst erleben, dann aber schwillt seine Brust imposant im kleinkarierten Anzug. Maëlle Giovanetti gibt ihrer Dorothy einen coolen Touch, schiebt lässig die Brille hoch und beißt beherzt in einen Apfel. Das schützt vor allzu großer Niedlichkeit.    

Besetzung

Tante Em/VogelscheucheAlessa Kordeck
Böse Hexe des WestensJulia Goldberg
Zauberer von OzJonathan Gyles
Glinda, Gute Hexe des Nordens / MusikerinAnna Beetz
Musikalische Leitung / mehrere FigurenÖzlem Kaveller
RegieRobert Neumann
Bühne und KostümJan A. Schroeder,
VideoprojektionenSilke Pielsticker
DramaturgieKirstin Hess
TheaterpädagogikThiemo Hackel

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