Wilfried Schulz, Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, und Stefan Fischer-Fels, Chef des Jungen Schauspiels, halten Theater als Live-Erlebnis für notwendig. Ein Interview aus der Rheinischen Post vom 25. August 2020 — von Dorothee Krings
Hanna Werth trifft in ihrem Ensemble-Talk – der aufgrund der aktuellen Lage ausnahmsweise im Web stattfindet – Alexej Lochmann und Eduard Lind! Sehen können Sie diese Late-Night-Show der Extraklasse auf unseren Online-Kanälen ab dem 27. Juni um 20:15 Uhr.
Die Schüler*innen-Vertretung des Friedrich-Rückert-Gymnasiums in Düsseldorf setzt ein Zeichen gegen Rassismus: Gemeinsam mit dem Jungen Schauspiel und ihrem engagierten Kollegium zeigen die 100 Schüler*innen Gesicht.
In Armin Petras‘ Inszenierung von Büchners »Dantons Tod« spielte Ron Iyamu die Figur des Toussaint Louverture, Anführer der Haitianischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts. Während der Proben entstanden verschiedene Videos als Material zur Inszenierung und zu den Figuren. Das Video von Ron Iyamu zieht den Gedanken einer Schwarzen Revolution ins Heute. Das Video entstand im September 2019.
Wenn autokratische Staatsführungen die Gefahr der Corona-Pandemie leugnen, sind Menschen der Situation plötzlich schutzlos ausgesetzt. Die Theatermacher*innen Aglaia Pusch und Amauri Falsetti, die noch im Februar mit der japanisch-brasilianisch-deutschen Koproduktion »The Treasure / Der Schatz« Düsseldorfpremiere im Jungen Schauspiel feierten, senden in ihrer Botschaft aus São Paulo scharfe Gedanken zu der großen Probe in der sie uns alle sehen. Um die neue Zeit vorzubereiten, betonen sie die Bedeutung von internationalen Kontakten gerade jetzt.
»Geschichte, unfertig ist sie in jedem Augenblick«, heißt es bei Sophokles. Selin Dörtkardeş erinnert uns mit »Antigone« aus der Inszenierung von Liesbeth Coltof am Jungen Schauspiel an die ständige Aufgabe des mitmenschlichen Miteinanders – auch oder vielleicht gerade jetzt, in dieser spannungsreichen, ungekannten Situation.
Was macht Menschen stark in Extremsituationen? Boris Cyrulnik ist einer der führenden Resilienzforscher. Als Sechsjähriger erlebte er als Jude die deutsche Besatzungszeit in Frankreich. In »Rette dich, das Leben ruft!« erzählt er seine Lebensgeschichte und hat damit ein Mut machendes Buch geschrieben.
Wir haben auch in den letzten Wochen unsere internationalen Beziehungen nicht stillstehen lassen. Für die kanadisch-deutsche Koproduktion zwischen Theater der Welt Düsseldorf und Jungem Schauspiel »Das Gewicht der Ameisen« von David Paquet haben wir weiter gearbeitet und geprobt. Zu sehen ist die deutschsprachige Erstaufführung ab 6. September als Saisonauftakt im Jungen Schauspiel. Einen ersten Eindruck in die Inszenierung für alle ab 12 Jahren bekommt ihr hier! Der Vorverkauf startet am 26.6.
In seinem Q-Tipp für Kinder und Familien empfiehlt Dramaturg David Benjamin Brückel vom Jungen Schauspiel das Kinderbuch »Weißt du, wo die Tiere wohnen?« von Peter Wohlleben. Das Buch des Försters und Bestsellerautors ist für alle Naturentdecker*innen ab 6 Jahren.
Wir freuen uns über den neuen Premierentermin: Am 11.9. kommt »Volksfeind for Future« nach Henrik Ibsen von Lothar Kittstein im Großen Haus zur Premiere. Unser Kamerateam hat Ende Mai eine Probe begleitet und mit Regisseur Volker Lösch über die besonderen Arbeitsbedingungen der letzten Wochen gesprochen.
Außerdem im Logbuch: »Nach der Krise ist vor der Krise«. Volker Lösch über Theater, Corona und Klimawandel, veröffentlicht in »Lunapark21 – Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie«.
Grüße aus dem Lockdown schickt Theaterautor Mike van Graan aus Kapstadt in Südafrika, der beim geplanten diesjährigen Festival Theater der Welt das Equity Forum in Düsseldorf geleitet hätte. Wie sehr Ausgangssperren und Versammlungsverbote den Kulturbetrieb in Südafrika treffen, schildert er in seiner Videobotschaft. Wie wird Covid-19 sich zukünftig auf die Künste und auf Festivals auswirken – das treibt ihn auch als internationalen Berater der EU und Unesco um.

Dieses Buch ist trotz seiner Fiktionalität und Zügen von magischem Realismus so gar nicht zur Realitätsflucht geeignet. Effia und Esi haben dieselbe Mutter, aber Leben, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ihre Geschichten beginnen im Ghana des 18. Jahrhunderts, wo Effias Stamm die Briten dabei unterstützt, den Sklavenhandel voranzutreiben. Effia wird mit einem Kolonialherren verheiratet und kann ein weitestgehend sicheres Leben als offizielle Zweitfrau in ihrer Heimat führen. Esi wird entführt, in einem Kerker an der Küste zusammen mit unzähligen anderen Afrikaner*innen eingesperrt und als Sklavin in die USA verkauft. Die beiden Schwestern werden sich niemals begegnen, die Leser*innen aber begleiten sie und ihre Nachkommen über acht Generationen bis in die USA der Gegenwart.