D’haus Magazin

Damit wir in der Zeit der Corona-Epidemie in Kontakt miteinander bleiben, werden wir in den nächsten Tagen und Wochen kurze Videos, Fotos, Texte, kleine Beiträge des Ensembles und Eindrücke aus unserer Arbeit für Sie auf unserer Webseite im D’haus-Magazin, kurz: D’mag, veröffentlichen. Schauen Sie mal rein.
Die Leiterin des Café Eden, Veronika Gerhard, erinnert sich: Eines Tages gab mir der Autor, Journalist und Kurator Michael Götting am Theater Ballhaus Nauynstraße in Berlin, wo wir beide arbeiteten, eine frische Druckfahne seines neuen Buchs in die Hand. »Contrapunctus« ist ein Roman, den er schon 2002 geschrieben hatte, den er aber erst 2015 veröffentlichte. In »Contrapunctus« dreht sich die Handlung um das Leben von vier Schwarzen Deutschen im Berlin der Jahrtausendwende.
Die Produktion »Gott« probt digital – Hier erzählt die Regiehospitantin Celina Fette, wie sie ein Bergfest ohne Berührung, aber mit speziellem Touch organisierte.
Warum heißt der Henrystutzen Henrystutzen? Das fragen sich seit Jahren Millionen von Kino-Besucherinnen und Fernseh-Zuschauern. Denn im „Winnetou“-Film fehlt dieses wichtige erste Kapitel um die Herkunft von Old Shatterhands Gewehr, und nur eingefleischte Karl-May-Fans kennen die wahre Geschichte. Den Corona-Lockdown nutzt jetzt Jan Maak, um sich in die unendlichen Weiten des Wilden Westens zu träumen und dabei endlich dieses Rätsel zu lösen und diese Bildungslücke zu schließen.
Die Digitale Bürgerbühne lädt erstmals ein in einen virtuellen Ausstellungsraum. Präsentiert werden Ergebnisse aus dem Klub »Geteiltes Leid«, in dem Leiterin Julia Nakotte den Mitgliedern jede Woche eine neue Schreibaufgabe stellt. Entstanden sind Texte und Collagen, von denen wir einige auf diesem neuen Weg veröffentlichen. Teilweise sind sie vertont und Besucher*innen können sich die Beiträge anhören. Der virtuelle Raum ist mit einem PC/Laptop zu betreten, als Browser wird Chrome empfohlen. Mit Hilfe der Pfeiltasten kann man sich frei zwischen den Ausstellungsstücken bewegen.
36 000 Kostümteile findet man mittlerweile in unserem Kostümfundus, die das Ensemble für die jeweiligen Stücke auf den Leib geschneidert bekommen. Theaterpädagogin Saliha Shagasi führt durch die Gänge unseres großen D'haus-Kostümlagers.
Wie musikalisch unsere Tontechniker*innen sind, zeigt dieser Video-Gruß aus dem Schauspielhaus. Aus einem Impuls heraus versendete ein Mitglied der Abteilung Tontechnik die Basslinie des Songs »No Roots« von Alice Merton mit den Worten: »Jetzt seid ihr dran!« an seine Kolleg*innen. Was zu Anfang als musikalischer Schlagabtausch geplant war, weitete sich aus, als Lieke Hoppe als Sängerin dazukam. Entstanden ist ein Gute-Laune-Macher für das fehlende Publikum. Gesang: Lieke Hoppe, Schlagzeug: Janosch Brenneisen, Bass: Jörg Rothmann, Gitarre: Christoph Lewandowski, Keyboards: Michael Hohnstock, Trompete: Peer Seuken, Saxofon: Lucas Peter, Posaune: Jonas Salomon, Musikproduktion: Janosch Brenneisen, Videoschnitt und post production: Andreas Simon / atarisafari.de Kamera: Lucas Peter
Dramaturgin Kirstin Hess und Schauspielerin Noëmi Krausz zeigen in dieser letzten Folge unserer Reihe, wie am Theater eine Figur auf der Bühne zum Leben erweckt wird. Noëmi probt aktuell für die Inszenierung »Das Gewicht der Ameisen«, die ab dem 6. September für alle ab 12 Jahren im Jungen Schauspiel in der Münsterstraße zu sehen sein wird. Sie erzählt, was sie sich für ihre Rolle der Schülerin Jeannes überlegt und wie dabei Schritt für Schritt aus einer Idee eine leibhaftige Theaterfigur wird. Nachmachen ist auch diesmal unbedingt erwünscht.
In den vergangenen sechs Monaten bildete »Afrokultur — der Raum zwischen gestern und morgen« die Grundlage für ein Theaterstück, das am 3. Mai im Rahmen eines ganztägigen M(a)y Festes zum 60. Geburtstag der ghanaisch-deutschen Dichterin, Logopädin und Aktivistin May Ayim Premiere feiern sollte. Entlang der Biografien der Schwarzen Aktivist*innen W.E.B. Du Bois, Audre Lorde und May Ayim bringt Natasha A. Kelly Schwarze deutsche Geschichte, Gegenwart und Zukunft in einen globalen Zusammenhang und benennt aus postkolonialer Beobachtungsperspektive die andauernde Kolonialität in deutschen Bildungs- und Kultureinrichtungen und setzt die Dekolonialisierung dieser für eine gemeinsame Zukunft voraus.
Quarantäneskills on point: Anna-Sophie Friedmann hat Potenzial als neuer Star am Lip Sync-Himmel.
»Als sei das alles der Webstuhl der Zeit und man selbst ein Schiffchen, das mechanisch am Schicksal webt.« Wolfgang Michalek führt uns mit Herman Melvilles weltberühmtem Roman »Moby-Dick« tief in den D’haus-Schiffsbauch hinein.
Am Freitag, 22. Mai streamen wir für 72 Stunden die Inszenierung »Der zerbrochne Krug« von Heinrich von Kleist in der Regie von Laura Linnenbaum auf unserer Webseite. In ihrem Essay zum Programmheft beschreibt die Dramaturgin Felicitas Zürcher die entlarvenden Machtstrukturen um die Figur des Dorfrichters Adam, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben.
Der Autor und Kleist-Biograf Peter Michalzik über die gescheiterte Uraufführung des »Krugs«, Kleists Modernität und Lust an Mehrdeutigkeit und die Verbindung von Theater und Begehren — Das Interview führte die Dramaturgin Felicitas Zürcher